Ehemalige Feuerwehrhäuser

Freiwillige Feuerwehr Werlte

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Feuerwehrhaus "Sögeler Straße"

Das erste Domizil der Feuerwehr Werlte befand sich nach unseren Unterlagen bis im Jahre 1905 an der heutigen Sögeler Straße im Bereich des damaligen Langeschen Parks (heute zumeist als Bosquet bekannt). Der ungefähre Standort wird anhand der folgenden Skizze dargestellt:

Entsprechend der Bezeichnung Brandspritzenhaus, ist davon auszugehen, dass hier die Brandspritze der Gemeinde Werlte und weitere Materialien wie Eimer, Leitern und Schläuche für den Brandfall deponiert waren. Neben diesem Brandspritzenhaus gab es Anfang des 19. Jahrhunderts noch einen weiteren Ort, an dem die Brandspritze des Kirchspiels Werlte gelagert war, welcher aber nach den Aufzeichnungen am äußersten Rand von Werlte gelegen war. Dies führte dazu, dass im Jahre 1906 auf Betreiben des damaligen Brandmeisters Gerhard Schludde der Entschluss zum Neubau eines Spritzenhauses gefasst wurde.

Feuerwehrhaus "Molkereistraße"

Das neue Spritzenhaus wurde noch im gleichen Jahr in der Werlter Molkereistraße errichtet. Das Spritzenhaus umfasste drei Einstellplätze und konnte somit die beiden Brandspritzen aufnehmen. Weiterhin bot es Platz um die Leitern, Feuerhaken und Wassereimer, die zuvor an verschiedensten Örtlichkeiten in Werlte gelagert wurden, nun zentral an einem Ort vorzuhalten. Damit konnten die Werlter Feuerwehrmänner sich erstmalig im Brandfall an einem Ort versammeln und mit der notwendigen Ausrüstung an die Brandstelle eilen. So ist es nachvollziehbar, dass die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Werlte sich im Jahre 1909 voller Stolz aus Anlass des 25-jährigen Stiftungsfestes mit ihrem Brandmeister Gerhard Schludde vor ihrem noch recht neuen Spritzenhaus aus Anlass des Jubiläums ablichten ließen.

Dieses Spritzenhaus blieb bis in den 2.Weltkrieg hinein in Nutzung durch die Feuerwehr.

Feuerwehrhaus "Hauptstraße"

 

Während und nach dem Krieg wurde das in den Kriegsjahren angeschaffte Löschgruppenfahrzeug (LF) 25 bereits in einer kleinen Garage beim Werlter Gemeindebüro an der Hauptstraße untergebracht. Die Platzverhältnisse dort waren aber so beengt, dass neben der unzureichenden Möglichkeit dort Gerätschaften unterzubringen, es nur mit großem Augenmaß und erheblichem Kraftaufwand möglich war, dass recht große Löschgruppenfahrzeug mit fast 8 Metern Länge rückwärts in die quer zur Fahrbahn befindliche Garage einzuparken. Somit war es keine Seltenheit, dass der Einparkvorgang durch zwei Feuerwehrmänner durchgeführt wurde, die gemeinsam nach Leibeskräften am Lenkrad zogen. Und auch noch heute zeugt eine kräftige Schramme am Klinker des gegenüberliegenden Hauses (ehem. Gebäude Kreutzmann, heute Eisdiele) von einer nicht angezogenen Feststellbremse, die das Fahrzeug über die Fahrbahn und gegen die Außenmauer rollen ließ.

Bild des Werlter Gemeindebüros gegen Ende der 40.er Jahre. Linksseitig, hinter dem großen Holztor befindet sich die Garage, in der das Werlter Feuerwehrfahrzeug untergebracht war.

Feuerwehrhaus "Marktplatz"

Das neue Feuerwehrhaus, welches am 21.11.1954 offiziell eingeweiht werden konnte, wurde im Werlter Zentrum durch ortsansässige Unternehmer fertig gestellt. Nun verfügte die Feuerwehr Werlte neben zwei Einstellplätzen für die Feuerwehrfahrzeuge auch über einen Schulungsraum für die Feuerwehrangehörigen im Erdgeschoss. Im Obergeschoss des Feuerwehrhauses entstand eine für damalige Verhältnisse geräumige Dreizimmerwohnung, die kurz nach ihrer Fertigstellung durch den damaligen Gemeindebrandmeister Hans Merten bezogen werden konnte. Dieser wohnte bis 1958 im Feuerwehrhaus. Bis Ende der 80er Jahre wurde das Obergeschoss durch Angehörige der Feuerwehr, zuletzt durch den Werlter Feuerwehrmann Hermann Bose und seine Familie bewohnt.

Im Jahre 1976 wurde dann ein notwendig gewordener Anbau an das Feuerwehrhaus errichtet und seit dem verfügte die Freiwillige Feuerwehr Werlte über drei Fahrzeugeinstellplätze, wie auf dieser Bauzeichnung aus dem Jahre 1990 sichtbar ist:

Aber schon vor bzw. während der Erweiterung des Feuerwehrhauses am Marktplatz in Werlte, war dem damaligen Ortsbrandmeister Heinz Thele klar, dass es sich hierbei nur um eine Notlösung handeln konnte. So standen Anfang der 90er Jahre neben den drei große Einsatzfahrzeugen (TLF 16, TLF 8 und LF 8-S-) auch der DKW Munga und die Anhängeleiter im Feuerwehrhaus. Das funktionsfähige TLF 16-T aus dem Jahre 1957 wurde auf dem Bauhof in Werlte abgestellt und der 1984 angeschaffte Einsatzleitwagen wurde seit dem in der Garage bei der Gemeinde untergebracht. Die Kameraden der Feuerwehr Werlte und allen voran der Werlter Ortsbrandmeister Heinz Thele mahnten fortwährend die mangelhaften Zustände im Werlter Feuerwehrhaus an.

Feuerwehrhaus "Kirchstraße"

Anfang der 90er Jahre wurde unter Werltes Gemeindedirektor Heinz Krone von Seiten der Samtgemeinde Werlte schließlich die Realisierung eines neuen Feuerwehrhauses in die Umsetzung gebracht.

Mit den ersten Zeichnungen im Februar 1992 zeichnete sich bereits ab, dass neben Funktionalität auch ein lageangepasstes Aussehen im Blickpunkt des Architekten und Werlter Feuerwehrangehörigen Jürgen Walker stand.

Neben einer politischen Diskussion um die Lage des neuen Feuerwehrhauses (Industriegebiet oder Ortsmitte) wurde nun auch eine Diskussion über das Erscheinungsbild geführt. Jürgen Walker war es gelungen, mit einem minimalen finanziellen Mehraufwand ein äußeres Erscheinungsbild zu gestalten, welches für ein Feuerwehrhaus im eher ländlich strukturierten Weser-Ems Bereich seiner Zeit augenscheinlich voraus war.

So führten die ersten Planungen und Zeichnungen bereits zum Teil zu sehr emotional geführten Diskussion, bei denen auch Argumente mit bislang unbekannt kreativen Varianten be-/bzw. entkräftigt wurden. So sind die Urheber dieses Protestbanners bis heute nicht öffentlich bekannt geworden.

Letztendlich entschied sich die Samtgemeinde Werlte dazu, dass neue Feuerwehrhaus im Werlter Ortskerns im Kreuzungsbereich Kirchstraße / Kolpingstraße zu bauen. Die strategisch günstige Verkehrslage des dortigen Grundstücks gab den Ausschlag für diese Entscheidung und entsprach auch den Wünschen der Werlter Feuerwehrkameraden, allen voran denen des Werlter Ortsbrandmeisters Heinz Thele. Auch in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild kamen die Entscheidungsträger den Wünschen der Werlter Feuerwehrangehörigen nach und stimmten den Planungen von Jürgen Walker zu. Somit konnte Mitte 1992 der Startschuss zum Bau des Werlter Feuerwehrhauses erfolgen. Im September wurde dann das Baugrundstück durch die Angehörigen der Werlter Feuerwehr soweit hergerichtet, dass die Baufirmen mit ihrer Arbeit beginnen konnten. So wurden in Eigenleistung die auf dem Baugrundstück befindlichen Tannen gefällt und noch vor Ort von einem speziellen Häcksler weiterverarbeitet.

Auch die Wurzeln wurden entfernt, so dass die Arbeiten für die Fundamente unmittelbar daran anschließen konnten. Alle beteiligten Firmen gingen anschließend zügig zu Werke, so dass bereits am 21. Dezember 1992 das Richtfest gefeiert werden konnte.

Ein Jahr später, am 01.12.1993, war die Feuerwehr Werlte in ihr neues Domizil eingezogen und am 14.04.1994 wurde dem Werlter Ortsbrandmeister Heinz Thele und seinen Feuerwehrkameraden in einer Feierstunde symbolisch der goldene Schlüssel für das neuen Feuerwehrhaus von Architekt Jürgen Walker, Samtgemeindedirektor Heinz Krone und Samtgemeindebürgermeister Hermann Schmidt überreicht.

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